IAP - TU Dresden GmbH
Institutsambulanz und Tagesklinik für Psychotherapie der TU Dresden

Informationen für Betroffene

Wie erkenne ich pathologisches Glücksspielen bei mir selbst? 

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Der Übergang von einem harmlosen Spielverhalten zum riskanten bzw. pathologischem Glücksspielen verläuft allmählich und wird von den Spielenden gar nicht oder erst sehr spät wahrgenommen. Da zunächst keine äußerlichen Veränderungen erkennbar sind, ist eine pathologische Entwicklung nicht nur für den Betroffenen selbst sondern auch für Angehörige und Außenstehende sehr schwierig einzuschätzen. Verschiedene Anzeichen können jedoch Hinweise geben:

  • Das unwiderstehliche Verlangen immer wieder zu spielen
  • Mit ausgeborgtem Geld spielen
  • Bei Verlusten weiter spielen, um zurück zu gewinnen
  • Geizig sein, außer beim Glücksspielen
  • Die gewünschte Erregung kann nur durch immer höher Einsätze erreicht werden
  • Gereiztheit und Unruhe, wenn das Spielen eingeschränkt wird
  • Freizeit rund ums Spielen organisieren
  • Mehrere Stunden hintereinander spielen
  • Familie und Freunde vernachlässigen
  • Ausreden erfinden, damit Andere nichts merken
  • Hoher Zeitaufwand für die Beschaffung von Geld und die Planung von Spielunternehmungen
  • Versuch, auch auf illegale Weise an Geld zu kommen


Selbsttest

Wenn Sie sich fragen, ob Sie gefährdet sind, können Sie hier einen Selbsttest zu Ihrem Spielverhalten machen:

Selbsttest (externe Webseite der Initiative gegen Glücksspielsucht in Bayern)


Was kann ich tun... 

... wenn ich mein Spielverhalten selber als riskant einstufe?

  • Ein anonymer Selbsttest kann helfen, die eigene Gefährdung einzuschätzen.
  • Machen Sie sich die negativen Folgen klar, wenn Sie immer weiter spielen
    - z. B. finanzielle Verluste (bis hin zu Auto, Wohnung, Arbeit verlieren)
    - soziale Verluste (Streit mit nahestehenden Personen, Trennungen, Verlust von vertrauten Freunden)
  • Hilfe suchen hilft: je eher, desto besser sind die Aussichten, das Glücksspielproblem frühzeitig in den Griff zu bekommen.
  • Sprechen Sie mit einer Person, der Sie vertrauen (Partner, Freund, Eltern...); überlegen Sie gemeinsam, wie Sie Ihr Spielverhalten reduzieren können. 
  • Versuchen Sie es mit Selbstbeschränkungen bezüglich Spieltagen pro Woche, Stunden pro Tag und/oder Geldeinsatz pro Tag:
    - Überlegen Sie, wie viel Geld Sie pro Monat neben den Fixkosten frei zur Verfügung haben, und welchen Anteil Sie davon monatlicht für Glücksspielen ausgeben wollen. Der Betrag darf nur so hoch sein, dass Sie bei Totalverlust andere Aktivitäten nicht einschränken müssen und nicht in finanzielle Probleme kommen.
  • Achten Sie auch darauf, dass Sie nur so viel Zeit für Glückspielen verbringen, dass berufliche Verpflichtungen und familiäre Aufgaben nicht leiden.
  • Neben Gesprächen und Offenheit mit einer nahestehenden Person (bzw. wenn das nicht möglich ist) sind Beratungstellen eine gute Anlaufstelle: sie haben Erfahrung und Informationen und unterstützen bei der Suche nach einem geeigneten Hilfeangebot.

... wenn ich nicht aufhören kann zu spielen und das Gefühl habe, vom Glücksspiel abhängig zu sein?

  • Auch hier gilt: sprechen Sie mit einer Person, der Sie vertrauen. Überlegen Sie gemeinsam, was getan werden kann. Suchen Sie sich Unterstützung, um Ihr Spielverhalten einzuschränken.
  • Falls dies nicht gelingt, gibt es natürlich auch die Möglichkeit, sich von Experten unterstützen zu lassen, zum Beispiel durch Beratung oder eine Behandlung. 
  • Es gibt viele Ansätze für die Behandlung pathologischen Glücksspielens: ambulant, stationär oder in Selbsthilfegruppen.
  • Auch hier unterstützen Beratungsstellen: bei der Suche nach geeigneter Behandlung bzw. haben diese viele weiterführende Informationen zur Verfügung.

Informationen zu Beratung und Behandlung finden Sie unter: Behandlungsangebote